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Wissenswertes Detail

Der Mindestlohn ist da – und mit ihm die Pflicht zur Aufzeichnung der Arbeitszeiten ab dem 1.1.2015

Durch die Gesetzesänderung ab dem 1.1.2015 kam mit der Einführung des Mindestlohns in vielen Branchen ebenfalls die  Aufzeichnungspflicht der Arbeitszeiten. So müssen Arbeitgeber die tägliche Arbeitszeit nun auch von Minijobbern, kurzfristig Beschäftigten und Arbeitnehmern in bestimmten Wirtschaftsbereichen gemäß § 2a des Schwarzarbeiterbekämpfungsgesetzes erfassen und dokumentieren. Dabei reicht es nicht aus, nur die Stundenanzahl aufzunehmen, sondern es müssen die Arbeitszeiten lückenlos mit Anfangs- und Endzeit sowie auch deren Dauer erfasst werden – somit einschließlich der Pausen. Zudem muss die Erfassung zeitnah zur geleisteten Arbeit erfolgen. Nichtbeachtung oder Zuwiderhandlung werden als Ordnungswidrigkeiten geahndet  - hierfür werden Bußgelder von bis zu 30.000 € fällig.

Unternehmen sahen eine enorme Welle von Mehrarbeit durch die neuen Anforderungen an die Arbeitszeitnachweise auf sich zukommen. Die Form der Zeiterfassung wurde vom Gesetzgeber mit der Verabschiedung des neuen Mindestlohngesetzes MiLoG zwar nicht vorgeschrieben, allerdings ist eine zeitsparende, komfortable und sichere elektronische Variante der Erfassung auf Stundenzetteln und  der mühsamen, ungenauen und mit hohem Zeitaufwand verbundenen Weiterverarbeitung vorzuziehen.

Aber was genau bedeutet die Aufzeichnungspflicht?


Muss ich Arbeitszeiten erfassen?
Die Arbeitszeiten von geringfügig Beschäftigten und kurzfristig Beschäftigten sind künftig von allen Arbeitgebern zu dokumentieren. Arbeitgeber, die unter den Anwendungsbereich des § 2a Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetzes fallen, haben unabhängig von der Beschäftigungsform die Arbeitszeiten aller ihrer Arbeitnehmer aufzuzeichnen.

Diese generelle Dokumentationspflicht betrifft folgende Wirtschaftsbereiche und Wirtschaftszweige:

  •  Baugewerbe
  •  Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe
  •  Personenbeförderungsgewerbe
  •  Speditions-, Transport- und damit verbundenen Logistikgewerbe
  •  Schaustellergewerbe
  •  Unternehmen der Forstwirtschaft
  •  Gebäudereinigungsgewerbe
  •  Unternehmen, die sich am Auf- und Abbau von Messen und Ausstellungen beteiligen
  •  Fleischwirtschaft

Was genau muss aufgezeichnet werden?
Beginn, Dauer und Ende der täglichen Arbeitszeit. Somit sind auch die Pausen aufzeichnungspflichtig

Gilt die Aufzeichnungspflicht auch für Entleiher?
Bei Arbeitnehmerüberlassungen sind die Arbeitszeiten vom Entleiher zu dokumentieren.

Bis wann muss ich die Arbeitszeiten erfasst haben?
Die Aufzeichnung der Arbeitszeit muss, nach dem Entwurf spätestens nach 7 Kalendertagen erfolgt sein.

Wie lange muss ich die Arbeitszeiten aufbewahren?
Die Aufzeichnungen nach dem MiLoG sind zwei Jahre aufzubewahren. Für die Betriebsprüfung werden die Arbeitszeitsaufzeichnungen auch darüber hinaus benötigt.


Gerne können Sie unter info(at)ezzm(dot)de weitere Informationen zum Thema MiLoG anfordern.


Quelle: Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales